Wieder warten ca. 15m Büfett auf uns, wir hoffen,
dass uns die anderen Hotelgäste unterstützen. Es ist ja noch früh
am Morgen.
Die
Sonne geht gerade auf und auf der Terrasse ist es noch zu kühl, wir bleiben "inside".
Wir sind einer der ersten und haben die freie Auswahl, welchen Fensterplatz
wir in Beschlag nehmen. Alle Plätze haben Ozeanblick. So früh am
Morgen und schon solch schwere existentielle Entscheidung. Die nette Kellnerin
nimmt uns die Entscheidung ab und bietet uns einen Platz mit Aussicht auf den
Fels in der Ozeanbrandung an. Überwältigend die Spontaneität
von ihr, so früh am Morgen. Wir nehmen dankend an.
Die erste Entscheidung für diesen Tag hat man uns abgenommen. Nun steht an: Was machen wir heute? Die Reiseführer sind nicht mehr ganz up to date, aber trotzdem noch sehr hilfreich. Zusätzlich ist Regen angesagt. Wir beschließen, die nahe Umgebung zu erkunden, um unser Hotelzimmer wieder schnell erreichen zu können, wenn der Regen zu heftig werden sollte. Was sagte mir vor Jahren ein Ostfriese? Jung, es gibt kein schlechtes Wetter, du hast nur die falsche Kleidung. Wer kann uns sagen, wo was zu sehen ist. Natürlich die Menschen, die hier wohnen.
Also
Regenkleidung an und ab zur Rezeption. Warum wir die Regenkleidung anziehen,
um zur Rezeption zu gehen? Berechtigte Frage. Nein, es regnet nicht durchs
Dach. Die Rezeption ist im alten Herrenhaus, direkt unterhalb der kleinen Bananenplantage.
Die Empfehlung des Tages ist der Jardim Tropical Monte
Palace. Es ist und bleibt der Tag der Entscheidungen: fahren wir mit der Seilbahn,
mit dem Bus oder mit dem Wagen nach oben. Wir fahren mit dem Wagen.
Also,
erst in Richtung Innenstadt, dann hinter dem Fluß links hoch in Richtung
Monte. Was sagte uns der Herr an der Rezeption: You can not miss it. Er hat
sich getäuscht, we could. An Folgendes müssen wir uns hier gewöhnen:
Die Wegweiser sind phantastisch, solange man auf einer Hauptstraße bleibt.
Eine Hauptstraße ist eine Straße, auf der ein Bus fährt. Siehst
du eine Bushaltestelle, bist du immer auf der richtigen Straße. Verlässt
man diese, kann man sich nur noch nach dem Sonnenstand richten. Es gibt keine
Wegweiser mehr. Umkehrschluss, Busfahrer richten sich nach den Wegweisern.
Zweite Regel: Die Richtung wird angezeigt, das Ziel nicht. Das bemerken wir
erst, als der Wegweiser Jardim Tropical Monte Palace in die Richtung zeigte,
aus der wir kommen. Wir wären wieder vorbeigefahren, wenn wir nicht hinter
den großen Bäumen, mehr durch Zufall die Kirche Nossa senhora do
Monte gesehen hätten.
Direkt unterhalb dieser Kirche ist der Eingang zum Jardim und der Startplatz der Korbschlitten.
Der
Park ist sehenswert. Unzählige tropische Pflanzen, die Wege zum großen
Teil überdacht von den Kronen alter Bäume, ist er Ort der Stille.
Kleine und größere Teiche laden ein zum Verweilen, kleine Wasserfälle
und aus dem Gestein sprudelnde Quellen bringen eine zusätzliche entspannende
Atmosphäre. Der japanische Teil des Garten mit seinen typischen Stil lässt
einen mit den Gedanken abtauchen. Eine geflieste Tafel mit der Geschichte des
Japanischen Gartens in Funchal fordert genauso zum Verweilen auf, wie die vielen
kleinen und größeren Kunstwerke im gesamten Garten. Etwas abseits
und mehr durch Zufall hinter dem Haupthaus zu finden, ist eine alte Porzellansammlung
aus anscheinend besseren Zeiten. Vom Haupthaus aus und von einigen Stellen
im Garten, wenn die Bäume den Blick freigeben, liegt einem die Stadt zu
Füßen.
Trotz
teilweise strömenden Regens verfliegen die Stunden wie Minuten. Der Regen
und die nicht ganz wasserdichte Kleidung überzeugen uns dann aber doch,
den Jardimbesuch zu beenden und zurück zu fahren.
Den späten Nachmittag verbringen wir mit Shoppen. So besuchen wir eines der größten Einkaufszentren auf Madeira. Mein Batterieladegerät hat leider den Transport nicht überstanden, so dass 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden können. Wie war das, man spricht flächendeckend Englisch. Also, ab in das erste Elektrofachgeschäft und nach einem battery-charger gefragt. Haben wir nicht, ist die Anwort. Habe die Antwort akzeptiert. Rein in das nächste Photofachgeschäft. Selbe Frage, gleiche Antwort. Durch Zufall sehe ich im Regal neben der Verkäuferin ein blister back mit der Aufschrift battery-charger und das in sehr großen Buchstaben. Wiederhole meine Frage: Sie haben wirklich kein Batterie- oder Akkumulatoren-Ladegerät? Nein, haben wir nicht, kommt bestimmt zurück. Da ich diesmal nicht unverrichteter Dinge wieder gehen will, bitte ich die junge Dame ihren hübschen Kopf einmal nach rechts zu bewegen, nicht, um ihr Profil zu bewundern, sondern ihr das Objekt meiner Begierde zu zeigen. Sichtlich überrascht fragt sie nochmals nach, ob ich wirklich das Gerät meine. Das Geschäftliche, wie Kreditkarte vorlegen und unterschreiben ist nur noch Routine. Der Hammer kommt noch, ich will gerade gehen, da sehe ich wie sie zielsicher unter die Ladentheke greift und das gleiche Gerät zum Vorschein bringt und an den leeren Platz in Regal stellt. Ich verstehe die Welt nicht mehr. So etwas kann man(n) ja nur persönlich nehmen.
Vor lauter Frust - die ganze Welt versteht mich nicht - nehmen wir unser Dinner im Hotel ein. Eine letzte richtige Entscheidung für diesen Tag. nächster Tag
homepage