Der Himmel verspricht heute einen sonnigen Tag. Also
ist Bewegung angesagt. Wenige Autominuten von der Altstadt entfernt gibt es
eine Orchideenfarm, nicht weit vom Jardim Botanico. Durch enge Gassen geht
es den Berg hinauf, die klare Sicht erlaubt uns einen Blick auf den Hafen von
Funchal.
Die
Beschilderung ist wieder landestypisch. Auf dem Wegweiser werden 200 m angezeigt,
nach 800 m sehen wir das kleine Eingangsschild. Unscheinbar hinter einer Steinmauer
versteckt liegt die kleine Farm. Eine kleine Eidechse begrüßt uns
persönlich, auch sie genießt die warme Herbstsonne und läßt
sich durch uns in keiner Weise stören. Für den Orchideenliebhaber
ist diese Farm ein Muss. Hier sollen statt vieler Worte lieber die 

Bilder
sprechen. Wir können leider nicht länger bleiben und sehen im Hinausgehen,
dass auch hier nicht alles Gold ist, was glänzt.
Wenige Meter weiter, zu Fuß spielend zu erreichen,
liegt der Botanico. Ein Eldorado für Türschützer, in relativ
kleinen
Vogelvolieren,
wie sie vor Jahren auch in unseren zoologischen Gärten üblich waren,
sind die verschiedensten tropischen Vogel untergebracht. Dies macht aber nur
einen Bruchteil des 3,5 ha großen botanischen Gartens aus. Während
sich die Familien mit Ihren Kindern im zoologischen Bereich aufhalten, können
wir die idyllische Ruhe genießen. Nur wenige Personen verteilen sich
auf den großzügig angelegten Garten. 

Ca.
2000 subtropische und tropische Pflanzen erfreuen das Auge. Direkt unterhalb
des Jardim Botanico verläuft die "vielbefahrene" Hauptschnellstraße
101 von West nach Ost. Es hat sich gelohnt, dieses Tal zu zerschneiden. Ich
weiß, Fortschritt muss sein, der Tourist soll sich wie zu Hause fühlen.
Was sangen die Bläck Föös: Es fehlt nur vom Balkon die Aussicht
auf den Dom.
Auf unserer Tour ist nun noch ein Punkt offen, die Stippvisite an die Ostküste,
die wir am 2. Tag wegen schlechten Wetters abgebrochen haben. Hinter dem Kreisverkehr,
wo wir beim letzten Mal wendeten beginnen bereits die ersten neu angelegten
Parkplätze. Auch dieser Teil der Insel wird gerade für den Tourismus
erschlossen, die Arbeiten hierfür sind noch im vollem Gang. Die Straße
endet in einem großen Wendehammer, so dass auch Reisebusse in einem Zug
wenden können. Am Straßenrand hat schon der erste mobile Verkaufstand
aufgemacht. Sein Stromaggregat übertönt noch in 1km Entfernung das
Rauschen der
Brandung.
Wir müssen schon weit gehen, um wieder Ruhe zu finden. Dieses Ende der
Insel ist, wenn man weit genug sich von den Parkplätzen entfernt, ein
Mekka für die Entspannung.
Der
Wind vom Ozean bläst einem ungebremst in Gesicht. Warme Kleidung ist empfehlenswert.
Madeira kann seinen stetig wachsenden Strombedarf bei weitem nicht mehr alleine
durch Wasserkraft decken. So ist es verständlich, andere Energiequellen
anzuzapfen. Hier sprießen die Windkraftwerke wie Pilze aus dem Boden.
Dem Moloch Tourismus muss der letzte unberührte Flecken Erde geopfert
werden. Wo jetzt noch der Wind und die Brandung zu hören sind, können
wir in naher Zukunft das Rauschen der
Rotoren
hören, jeder soll sich wie zu Hause fühlen. Auch der gleichmäßige
Schlagschatten der Rotorblätter wird dem Spaziergängern ein Heimatgefühl
geben. Armes Madeira. nächster Tag